Gibt es eine Trennung ohne Kummer?

Es mag viele Gründe für eine Trennung geben, die „Affäre“ zählt zu den schmerzvollsten. Bereits der Stachel des Seitensprungs sitzt tief und verletzt die betrogene Person. Aber leidet hier tatsächlich nur eine Seite am Scheitern der Beziehung? Doch eine Trennung bringt nicht nur zwei Menschen auseinander, sie ebnet dir auch den Weg, hin zu Neuem. Du solltest die Trennung auch als Chance sehen, um mit einem neuen Partner voll durchzustarten. Doch zunächst muss die gescheiterte Beziehung verarbeitet werden. Dann kannst Du dir überlegen, wie sich der Neubeginn gestalten soll.

Aus dem Seitensprung wird die Affäre

Bei einer Affäre wirst Du dir die gleichen Fragen stellen, wie es auch andere Betroffene tun. Was hat er/sie, was ich nicht habe? In Gedanken stellst Du dir die akrobatischen Sexspielchen vor, die der/die Neue mit deinem Partner praktiziert. Dabei sind es gar nicht einmal die Körperlichkeiten, die dir so auf der Seele brennen. Zunächst schon, da sich Sex überwiegend im Kopf abspielt und dir gerade jetzt deine sonst so gefragte Fantasie zum Verhängnis wird. Nein, die Körper sind es nicht. Nach einer ausgiebigen Dusche wären die verräterischen Spuren einer Affäre ja eigentlich beseitigt, und es könnte wieder zur Tagesordnung übergegangen werden. Doch Du weißt, dass dies nicht möglich ist. Die verführerische Kost „Affäre“ beinhaltet eine der abscheulichsten Zutaten – die Lüge.

Der Kummer nimmt konkrete Formen an

Du wurdest womöglich über Wochen und Monate nach Strich und Faden belogen und betrogen. Vielleicht fühltest Du schon länger, dass etwas nicht stimmt. Da gab es Momente, wo Du Fragen stelltest wie: „Liebst Du mich noch?“, und „Ist alles OK?“ Alles wurde dir mit einem vermeintlich aufrichtigen „Ja, mein Schatz!“ beantwortet. So ein Stachel sitzt besonders tief und verleitet zu falschem Handeln. Gerade wenn Kinder involviert sind, solltest Du es vermeiden, die „andere Partei“ schlecht zu machen. Die Versuchung ist in der Tat groß, möchtest Du doch am liebsten in die Welt hinausposaunen, was Du von deinem Partner hältst. Du solltest aber bedenken, dass sich dein Liebeskummer in traurigen Kinderaugen widerspiegelt. Sind die Kids auch oft von den Eltern genervt, bedeuten beide für sie doch das Größte auf der Welt. So solltest Du deine Strategie behutsam auswählen und dein Kind als „neutrale Zone“ betrachten. Etwaige „Kampfhandlungen“ meist ausgeführt durch streitbare Anwälte solltest Du in andere Gebiete verlagern. In der neutralen Zone sollte in jedem Fall Frieden herrschen. Aber wie verhält es sich eigentlich auf der anderen Seite?

Kummer auf beiden Seiten

Du kannst dir selbst nicht genau erklären, wie es so weit kommen konnte. Es begann, wie so oft im Leben, ganz harmlos. Ein paar Worte hier, ein flüchtiger Blick da. Du kamst dir seit Langem mal wieder so richtig begehrt vor. Du warst charmant, unterhaltsam, liefertest geistreiche Kommentare ab und konntest mit Wortwitz glänzen. Gemeinsam konntet ihr auch noch über die gleichen Dinge lachen. Da ist es dann passiert. Aus der ersten Nacht wurden viele Nächte. Dein Gewissen war stets dann betäubt, wenn Du neben der Eroberung lagst. Diesen neuen Körper entdecken, jeden Quadratzentimeter dieser Haut sorgsam aufsuchen, sich vom Duft und Geschmack der Lust die Sinne betören und vernebeln lassen. Der Katzenjammer begann erst immer mit dem Abschied. Du kamst dir in deiner Haut ziemlich jämmerlich vor. Um sich jetzt im Spiegel ertragen zu können, fehlte dir etwas ganz Entscheidendes – Mut. Aber wie sollst Du es dem Partner am besten beibringen, wie erst dem gemeinsamen Kind? Wie kannst Du einem Kind erklären, dass es neben Blümchen und Bienchen noch andere und viel interessantere „Spielwiesen“ gibt. Wie einem Kind erklären, dass man den Partner zwar noch lieb hat, aber die Leidenschaft längst auf der Strecke geblieben ist. Dass man gefangen ist, in diesem wunderbaren und verführerischen Netz der Erotik. Begierde und Triebe in sich wieder entdeckt hat, die längst vergessen schienen. Nein, einem Kind kannst Du so etwas nicht erklären und dem Partner hättest Du dabei in die Augen schauen müssen. Eine grässliche Vorstellung. Da lieber noch einen Tag warten, morgen dann – vielleicht.
So ist der Liebeskummer bei einer „betrogenen Beziehung“ schließlich auf beiden Seiten zu finden. Den aktiven Part zur Klärung sollte die Person einnehmen, die bereits einen neuen Partner gefunden hat. Alle Verzögerungstaktiken machen die Sache nur noch schlimmer. Irgendwann kommt alles ans Tageslicht und spätestens dann musst Du Farbe bekennen.

Die Trennung – Der erste Schritt zum neuen Glück

Eine Trennung mag noch so schmerzhaft gewesen sein, sie ist immer auch der erste Schritt in die neue „Zeitrechnung“. Was die Liebe angeht, kommt den Begriffen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nun eine völlig neue Bedeutung zu. Die Vergangenheit betrifft die gescheiterte Beziehung. Du solltest sie weder verdrängen noch vergessen. Du hast mit deinem Partner sicher auch schöne Momente erlebt. Die schlechten verarbeitest Du nun in der Gegenwart. Sie dient deiner Selbstreflexion. Auch wenn eine Affäre zur Trennung geführt haben sollte, Schuld ist zur Aufarbeitung kein geeigneter Begriff. Die „Verantwortung“ für eine gescheiterte Ehe oder Beziehung tragen zwei Personen. Finde heraus, was Du womöglich falsch gemacht hast. Nimm dich einmal selbstkritisch unter die Lupe und ziehe deine Lehren daraus. Das führt dich von der Gegenwart in die Zukunft. Du bist nun bereit dieses und jenes an dir zu ändern, gleichzeitig spürst Du aber auch, worauf es dir bei einer neuen Beziehung ankommt. Denn die Zukunft gehört dir und deinem neuen Partner. Du solltest allerdings ein paar Dinge beachten, um nicht gleich im nächsten Liebeskummer zu versinken. Halte dem neuen Partner nicht deine Vergangenheit vor. Solltest Du gleiche Verhaltensmuster im Leben des neuen Partners entdecken, die dir aus der Vergangenheit bekannt sind, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass der/die Neue auch ganzheitlich so „tickt“.
In dem ganzen neuen Gefühlschaos musst Du dann auch noch eine sorgsame Beobachterin (Beobachter) sein. Verträgt sich der/die Neue mit deinem Kind? Kommen die beiden gut miteinander klar, oder stehen schon beim ersten gemeinsamen Ausflug die Zeichen auf Sturm? Kinder können in so einem Fall ja recht „grausam“ sein. „Du bist nicht mein richtiger Vati/die richtige Mutti“, wird dir womöglich entgegengeschleudert. Das bedeutet, Du, als der neue Partner an Muttis oder Vatis Seite wirst nicht nur geprüft, Du muss auch selbst prüfen, ob Du der neuen Lebenssituation gewachsen bist. Aber mit ein bisschen Geduld und Geschick meisterst Du die Lage sicher.

Der Trennungsschmerz im Fazit

Immer vorausgesetzt, es waren echte Gefühle im Spiel, eine „Trennung ohne Schmerz“ gibt es nicht. Der Schmerz begleitet uns das ganze Leben hindurch und fordert seinen Tribut. Mit liebevoll gemeinten, aber in äußerst schmerzhaften Kontraktionen werden wir in diese Welt gepresst. Unter Schmerzen bekommen wir unsere Zähne und verlieren sie schließlich wieder. Und zwischen all diesen Lebenszeilen finden sich auch die schmerzvollen Erfahrungen wieder, für die Amor mit seinem Pfeil verantwortlich ist. Deshalb solltest Du auch den Liebeskummer zulassen. Nur darfst Du dich dem Liebeskummer nicht vollkommen ergeben. Nimm und gönn dir eine Auszeit, doch vergiss nicht den „Reset“ Knopf zu drücken. Trennung bedeutet auch immer einen Neuanfang. Starte mit dem neuen Partner an der Seite voll durch. Du wirst sehen, dass die Gedanken an die schmerzhafte Trennung bald vergessen sind. Trennung ohne Schmerzen gibt es leider nicht, aber die gute Nachricht ist: Gegen die Medizin Liebesglück hat der Liebeskummer keine Chance. Hier kannst Du Deine neue Liebe finden.

 

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